Comic-Klau
In Polen werden jetzt nicht nur Autos verschoben, sondern auch Cartoons. In einem polnischen Messageboard tauchen in letzter Zeit immer häufiger K. W.s Cartoons mit neuen, kreativen Bildunterschriften auf. Unglaublich? Ein Beispiel findet ihr hier.

Wortmax
Neben einer erstklassigen T. C. Boyle-Website pflegt Autor und Webdesigner Holger Reichard eine kleine, aber feine Homepage, auf der mehrere befreundete Autoren sich und ihre Arbeiten präsentieren. Bei wortmax.de findet man viele Texte, die speziell für diese Seite geschrieben wurden. Unter anderem auch zwei Essays von K. W.  

Frequently Asked Questions

Immer wieder erreichen mich Fragen zu meiner Arbeit. Normalerweise beantworte ich sie so schnell wie möglich. Doch manchmal ist es aus Zeitgründen nicht möglich, ausführlich auf einzelne Punkte einzugehen. Hier ist eine kleine Zusammenstellung der am häufigsten gestellten Fragen:
 
Wie kommst du auf deine seltsamen Ideen? (Die am häufigsten gestellte Frage)

 
WEYERSHAUSEN In der Badewanne.

Wie kommt es, dass du plötzlich Cartoons zeichnest, nachdem Du lange nur als Comic-Zeichner bekannt warst?
 
WEYERSHAUSEN Eigentlich habe ich schon immer gerne Cartoons gezeichnet, hatte aber nie die Zeit dazu. Vereinzelt sind ja auch Sachen von mir in BRAVO, EULENSPIEGEL und einigen anderen Zeitschriften erschienen. Meine Arbeit bei einem Stadtmagazin ließ mir aber wenig Zeit für anderes. Im Frühjahr 2000 begann ich mit »Weyershausens wunderbare Welt«. Zunächst monatlich. Das hat mir soviel Spaß gemacht, dass ich bald darauf begann, die Serie täglich zu zeichnen und aus dem Magazin ausgestiegen bin. Seitdem ist aus dem Spaß Ernst geworden.

Denkst du dir die Gags allein aus, oder arbeitest Du mit Gagschreibern?
 
WEYERSHAUSEN Bisher stammen alle Gags von mir. Ich habe jedoch schon ein paar Gag-Ideen von Freunden in der Schublade, die ich auch benutzen werde, falls mir mal keine eigenen einfallen.
 
Was für Vorbilder hast du?
 
WEYERSHAUSEN Vorbilder habe ich mittlerweile nicht mehr, aber es gibt natürlich viele Zeichner, die ich sehr bewundere. Zu ihnen gehören Carl Barks, Bernd Pfarr, Alex Toth, André Franquin, Manfred Deix, Ralph Steadman, Harvey Kurtzman, Chris Ware und Robert Crumb. Allerdings ändert sich die Liste ständig. Die ersten vier gehören aber mit Sicherheit zu meinen absoluten Favoriten.
 
Gibt es für dich bestimmte Tabus wie etwa Witze über Behinderte?
 
WEYERSHAUSEN Eigentlich sollte es für Cartoonisten keine Tabus geben. Ich glaube, dass man jedes Tabu anpacken kann, wenn man es auf intelligente Art macht. Da es ja nun mal Behinderte auf dieser Welt gibt, sehe ich keinen Grund, wieso sie nicht in einem Cartoon auftauchen sollten. Interessanterweise habe ich bisher nur eine einzige negative Kritik in dieser Richtung erhalten. Scheinbar ist der überwiegende Teil des Publikums meiner Meinung (oder nur zu faul, um zu meckern).
 
Deine Cartoons sehen aus, als ob du mit dem Computer arbeitest. Stimmt das?
 
WEYERSHAUSEN Ja. Da ich aus Zeitgründen bisher nicht in der Lage bin, jeden Tag einen neuen Cartoon zu malen, habe ich mich entschlossen, die Zeichnungen mit dem Computer einzufärben. Dazu benutze ich das Programm Photoshop. Die eigentliche Zeichnung entsteht jedoch ganz traditionell mit Feder und Pinsel. Ich werde aber vielleicht in naher Zukunft einen Teil der Motive in Acryl malen.
 
Warum gibt es kein neues Heft oder Album mit der »Rottecker Katze«?
 
WEYERSHAUSEN Die Situation des Comicmarktes in Deutschland ist im Moment mehr als schlecht. Selbst Verlage wie Carlsen setzen heute nur erschreckend niedrige Auflagen um. Ich habe zwar seit Jahren ein bisher unveröffentlichtes Album mit der Katze herumliegen, komme jedoch nicht dazu, es fertigzustellen. Da ich aber die Geschichte immer noch ganz witzig finde, werde ich mich bestimmt eines Tages an die Arbeit machen. Vor 2003 ist damit aber sicher nicht zu rechnen. Interessierte Verlage können sich gerne bei mir melden.
 
Was macht dir mehr Spaß: Das Schreiben oder das Zeichnen?
 
WEYERSHAUSEN Wenn ich zeichne, würde ich viel lieber etwas schreiben. Andersrum sehne ich mich sofort nach meinen Malstiften, wenn ich vor der Tastatur sitze. Man kann eben nicht gewinnen..
 
In eurem "Lexikon der Idole" kommt auch Adolf Hitler vor. Wieso das?
 
WEYERSHAUSEN Obwohl wir im Vorwort unseres Buches darauf eingegangen sind, wird uns diese Frage immer wieder gestellt. Wir wollten zeigen, dass Menschen sich ihre Idole nicht unbedingt nach moralischen Kategorien aussuchen. Der Fall Osama Bin Laden beweist leider erneut, dass das Feindbild des Einen sehr wohl das Idol des Anderen sein kann. Wir haben ja auch Hans und Sophie Scholl in unserem Buch. Während Fernsehdokumentationen über den Masenmörder Hitler noch immer für hohe Einschaltquoten sorgen, werden wirkliche Idole wie die Geschwister Scholl sträflich übersehen. Scheinbar sind die Deutschen noch immer vom Mythos Hitler sehr fasziniert.
 
Kannst du vom Cartoonzeichnen leben?
 
WEYERSHAUSEN Inzwischen schon. An dieser Stelle möchte ich der Bahnhofsmission für ihr gutes Essen danken.



Anmerkung: Wer der Meinung ist, dass einige brennende Fragen fehlen, sollte nicht zögern uns eine Mail zu schicken.

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